4. Präparation

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Trockenpräparate

Die Aufbewahrung erfolgt entweder direkt genadelt auf Insekten- bzw. Minutiennadeln oder aufgeklebt auf Aufklebeplättchen aus Karton, die ihrerseits genadelt sind. Gelegentlich wird Trockenmaterial in kleinen Gefäßen wie Kunststoff- oder Glasröhrchen untergebracht. Je nach Arthropodengruppe und je nach Bearbeiter werden manchmal zusätzlich zur Nadelung noch Beine, Fühler oder Flügel ausgerichtet, was einen höheren Arbeits- (und damit Zeit-)aufwand bedeutet.

Vorteile

  • Genadelte und aufgeklebte Tiere sind unmittelbar der Untersuchung zugänglich (bis auf die Körperteile, die durch das Aufkleben verdeckt sind).
  • In herkömmlichen Insektenkästen mit Glasdeckel ist meist ein schnellerer Überblick über das Material möglich als in Alkoholsammlungen.
  • Standardisierte Anordnung bzw. Ausrichtung der Extremitäten und der Körperhaltung machen ansonsten verdeckte Merkmale direkt sichtbar und
  • erlauben einen schnellen Vergleich verschiedener Individuen.
  • Mit der entsprechenden Vorsicht kann mit den bruchgefährdeten Präparaten leicht mit der Nadel als "Griff" hantiert werden.
  • Das Feststecken der Nadel in einem geeigneten Untergrund im staubdichten Insektenkasten erlaubt eine berührungsfreie und sichere Unterbringung.
  • Durch das Anbringen der Etiketten direkt an der Nadel sind die "Meta"-Informationen unmittelbar mit dem Präparat verbunden.

Nachteile

  • Deformierung: Bei kleinen Tieren kann die Nadelung Thoraxmerkmale beeinträchtigen oder ganz zerstören bzw. den Thorax deformieren.
  • Schrumpfung und Deformierung weicher bzw. schwach sklerotisierter Körperteile durch den Trocknungsprozess.
  • Bruchgefahr: Trockenpräparate sind bruchgefährdet durch Vibration der Nadel beim Hantieren mit Insektenkästen, beim Umstecken oder bei der Untersuchung der Präparate. Nach multiplen Brüchen in einem Sammlungskasten ist es oft nicht mehr möglich (oder sehr zeitraubend), abgebrochene Körperteile mit Sicherheit dem richtigen Individuum zuzuordnen.
  • Müssen Merkmale untersucht werden, die durch die Standardpräparation verdeckt sind, müssen die Präparate aufgeweicht werden, um eine bruchfreie Manipulation zu ermöglichen.
  • Aufgeklebte Individuen sind nicht von allen Seiten einsehbar, d.h. sie sind für bestimmte Merkmalsansichten wieder vom Untergrund abzulösen.
  • Aufgeklebte Individuen können vom Aufklebeplättchen abfallen.
  • Schädlingsbekämpfung / Wartung: Trockenpräparate sind durch Sammlungsschädlinge (Museumskäfer, Speckkäfer, Staubläuse etc.) gefährdet. In Sammlungen müssen Schädlinge mit oft auch für den Menschen nicht unschädlichen Substanzen regelmäßig bekämpft werden. Nicht bzw. nicht mehr gewartete Sammlungen können der kompletten Vernichtung anheimfallen.

Flüssigpräparate

Aufbewahrung in Alkohol oder Alkohol-Glyzerin-Gemisch.

Vorteile

  • Geringere Bruchgefahr. Bei Einzelaufbewahrung können abgebrochene Körperteile zudem eindeutig zugeordnet werden.
  • In der Regel ist eine platzsparendere Aufbewahrung möglich als bei Trockenpräparaten.
  • Keine Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen erforderlich.

Nachteile

  • Zur Untersuchung müssen die Tiere aus dem Aufbewahrungsbehälter entnommen werden. Das erhöht den Zeitaufwand und das Risiko von Brüchen / Beschädigungen.
  • Wartungsaufwand / Nachfüllen: Da mittel- bis langfristig in praktisch allen Arten von Aufbewahrungsbehältern die Flüssigkeit verdampft, ist in regelmäßigen Abständen (mehrere Jahre) ein Nachfüllen der Konservierungsflüssigkeit erforderlich.